Drohnenzählung in der Eifel schafft Klarheit: Verlässliche Daten sind Grundlage für wirksames Wildmanagement

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Aus Sicht des Ökologischer Jagdverein Nordrhein-Westfalen (ÖJV.NRW) bestätigt das Ergebnis, was in vielen Revieren seit Jahren sichtbar ist: In zahlreichen Regionen stehen Wildbestände und Lebensraum nicht mehr im Gleichgewicht. Die Folgen zeigen sich besonders im Wald. Junge Bäume werden stark verbissen, Naturverjüngung bleibt aus, klimaresiliente Mischwälder können sich vielerorts nur schwer entwickeln.

„Endlich gibt es verlässliche Zahlen statt bloßer Schätzungen. Das ist ein wichtiger Fortschritt für Nordrhein-Westfalen“, erklärt Frank Christian Heute, Vorsitzender des ÖJV.NRW. „Nur wer den tatsächlichen Bestand kennt, kann verantwortungsvoll entscheiden, welche Maßnahmen notwendig sind.“

Signalwirkung für ganz Nordrhein-Westfalen

Besonders brisant ist aus Sicht des Landes-Vereins die Bedeutung der Ergebnisse über die Eifel hinaus. Nordrhein-Westfalen verfügt über insgesamt zehn Rotwildgebiete. Wenn bereits in der nun untersuchten Modellregion die tatsächlichen Bestände so deutlich über den bisherigen Annahmen liegen, lässt das für viele andere Rotwildvorkommen im Land nichts Gutes erahnen.

Es liegt nahe, dass auch dort vielerorts mit überholten Grundlagen, ungenauen Schätzwerten oder zu optimistischen Annahmen gearbeitet wurde. Die Eifel-Zahlen könnten deshalb erst der Anfang einer dringend notwendigen Neubewertung sein.

Fakten statt Bauchgefühl

Der Einsatz moderner Technik wie Wärmebilddrohnen zeigt nach Auffassung des Landes-Vereins, wie zeitgemäßes Wildmanagement aussehen kann: transparent, nachvollziehbar und auf Grundlage realer Daten. Die Ergebnisse aus der Eifel sollten deshalb nicht als Einzelfall betrachtet werden, sondern als Vorbild für weitere Rotwildgebiete in Nordrhein-Westfalen.

Denn nur auf Basis belastbarer Daten lassen sich Bestände sachlich bewerten, Konflikte lösen und notwendige Maßnahmen gezielt umsetzen.

Wald und Wild gemeinsam denken

Der ÖJV.NRW betont, dass ein vernünftiges Wildmanagement weder gegen das Wild noch gegen die Jagd gerichtet ist. Ziel sei vielmehr ein ausgewogenes Miteinander von Wildbestand, Waldentwicklung, Biodiversität und den berechtigten Interessen von Land- und Forstwirtschaft.

Dazu gehören aus Sicht des ÖJV.NRW:

  • ⁠regelmäßige und wissenschaftlich fundierte Bestandserfassungen
  • ⁠jagdliche Strategien, die sich am tatsächlichen Lebensraum orientieren
  • ⁠konsequente Reduktion überhöhter Bestände dort, wo Schäden entstehen
  • ⁠bessere Zusammenarbeit von Jagd, Forst, Kommunen und Behörden
  • ⁠professionelle Strukturen vor Ort, etwa durch Reviermanagement oder Berufsjäger

Jetzt handeln

Die Zahlen aus der Eifel machen deutlich: Wegsehen ist keine Option mehr. Wer klimastabile Wälder will, muss auch die Wildbestände an die Tragfähigkeit des Lebensraums anpassen. Der ÖJV.NRW fordert deshalb, die neuen Erkenntnisse konsequent zu nutzen – für eine moderne Jagdpolitik, gesunde Wälder und artenreiche Lebensräume in Nordrhein-Westfalen.

Hierzu der WDR-Beitrag vom 10.4.2026:
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/rotwild-zaehlung-drohne-eifel-100.html