1. September: Warum jetzt die entscheidende Phase des Rehwildmanagements beginnt

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Mit dem 1. September beginnt in Nordrhein-Westfalen die Jagdzeit auf Schmalrehe, Ricken und Kitze. Für den Ökologischen Jagdverein Nordrhein-Westfalen (ÖJV.NRW) markiert dieser Termin eine entscheidende Phase eines verantwortungsvollen Wildmanagements. Denn eine nachhaltige Regulierung von Rehwildbeständen gelingt nur, wenn neben den Böcken auch das weibliche Rehwild in die Bejagung einbezogen wird.

Während die Blattzeit im Juli und August vor allem eine effektive Bejagung der Rehböcke ermöglicht, richtet sich der Blick nun auf den gesamten Rehwildbestand. Erst durch eine ausgewogene Bejagung aller Alters- und Geschlechtsklassen können Wildbestände langfristig an die Tragfähigkeit ihres Lebensraumes angepasst werden.

„Modernes Wildmanagement bedeutet, Zusammenhänge zu verstehen und langfristig zu handeln“, erklärt Christian Pröbsting, 2. stellvertretender Vorsitzender des  Ă–JV.NRW.

Kurze Jagdintervalle – mehr Ruhe für das Wild

Viele Reviere setzen heute bewusst auf sogenannte Intervalljagden. Dabei wird die notwendige Bejagung innerhalb weniger, gut geplanter Jagdtage durchgeführt. Anschließend folgen längere störungsfreie Phasen.

Dieses Vorgehen reduziert den Jagddruck, minimiert Beunruhigungen im Revier und trägt zu einem tierschutzgerechten Umgang mit dem Wild bei. Gleichzeitig ermöglicht es eine effiziente Erfüllung der notwendigen Abschüsse.

Rehwildmanagement dient dem gesamten Ă–kosystem

Ein an den Lebensraum angepasster Rehwildbestand ist eine wesentliche Voraussetzung für eine natürliche Waldverjüngung und artenreiche Mischwälder. Zu hohe Rehwilddichten können die Entwicklung junger Bäume erheblich beeinträchtigen und damit den dringend notwendigen Waldumbau im Zuge des Klimawandels erschweren.

Ökologisches Wildmanagement verfolgt deshalb nicht das Ziel, möglichst viel Wild zu erlegen. Vielmehr geht es darum, Wildbestände und Lebensraum in ein langfristig stabiles Gleichgewicht zu bringen. Davon profitieren nicht nur Wald und Pflanzenwelt, sondern auch das Rehwild selbst durch gesündere Populationen und bessere Lebensbedingungen.

Für den ÖJV.NRW steht daher fest: Verantwortungsvolle Jagd beginnt mit einer sorgfältigen Planung und endet nicht mit dem Schuss. Sie ist ein wichtiger Bestandteil eines modernen Natur- und Wildmanagements – zum Schutz vielfältiger Wälder und gesunder Wildbestände.

Text: Christian Hommel
Image by Premek Hajek from Pixabay